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Haydn: Die sieben letzten Worte
Aus Spanien erreichte Joseph Haydn der ungewöhnliche Auftrag für eine instrumentale Passionsmusik. So entstanden die "Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze", die in ihrer Originalfassung für Orchester geschrieben und wahrscheinlich im März 1787 in Wien uraufgeführt wurden.
Anfang des 18. Jahrhunderts hatte der Jesuit Alonso Messia Bedoya († 1732) in Lima die außerliturgische Andachtsform aus der individuellen Betrachtung der "Sieben Letzten Worte" entwickelte. Die sogenannten Tres Horas (drei Stunden) wurden am Karfreitagmittag von 12:00 bis 15:00 Uhr gehalten und verbreiteten sich als Ritual über die spanischsprechenden Länder in Amerika bis nach Europa.
Haydn nannte die Aufgabe, sieben Adagios von ungefähr zehnminütiger Dauer auf einander folgen zu lassen, nicht einfach, entschloss sich daher zu künstlerischer Freiheit. Nach einem pathetischen Eröffnungssatz folgen die in sieben Sonaten gefassten Einzelsätze aus der Vulgata und geben den "Sieben Worten" eine dramaturgisch sinnvolle Reihenfolge. Die Satzfolge schließt mit dem "Terremoto", womit das Erdbeben nach dem Tod des Herrn ausgedrückt wird.
Üblicherweise versteht man unter "den letzten Worten" das, was ein Mensch im Angesicht seines Todes der Nachwelt als Quintessenz seines Lebens hinterlässt. Die Sieben Letzten Worte Jesu Christi stammen aus drei der vier Evangelien des Neuen Testaments. Die Zahl Sieben zählt zu den symbolischen Zahlen, die in allen frühen Kulturen, wie dem Judentum und dem daraus hervorgegangenen Christentum bedeutend waren. So gibt es die sieben Wochentage, sieben Todsünden oder den siebenarmigen Leuchter.
Im Sinne der geschilderten Tradition wird die Schauspielerin Hannelore Hoger in der Aufführung an Ostersamstag zwischen den einzelnen Sätzen die Sieben Worte rezitieren und mit Ausführungen von Walter Jens verbinden. Dessen religiöse Identität spiegelt sich in verschiedenen Beiträgen zu Glaube und Theologie, darunter auch Übersetzungen von Teilen des Neuen Testaments (die vier Evangelien, der Römerbrief, die Offenbarung des Johannes).
Hannelore Hoger Rezitation
Kölner Kammerorchester Christian Ludwig Dirigent
Das Meisterwerk 2009/2010 Haydn – Die Sieben letzten Worte
Joseph Haydn Instrumentalmusik über die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze Hob. XX:1 für Orchester
Keine Pause | Ende ca. 19:30 Uhr
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